Die liebe Jessica Reiniger http://blog.smart-glutenfree.de/smartmehl hat bei Facebook einen Aufruf gestartet und dazu eingeladen, synchron einen Sauerteigansatz Versuch zu starten. Klar konnte ich da nicht nein sagen und schwupps stand ich in der Küche und habe nach ihrer Anleitung meinen Sauerteig angesetzt.

Natürlich hat Jessica eine super Anleitung hierfür verfasst, diese findet ihr nachfolgend:

Materialien
Glutenfreies Mehl, bitte keine Fertigmischung, am besten Vollkorn, kein Bio Mehl
Lauwarmes Wasser
Honig oder Zucker
Ein schmales hohes Glas oder Behälter
Frischhalte Folie
Handtuch

 

Vorgehensweise
1. Tag 1 + „0“ Stunden
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(1)
25 g GF Mehl
25 g oder 50 g lauwarmes Wasser (bitte erst mit 25 g Wasser ausprobieren. Falls der Teig zu trocken wird 25 g Wasser dazu geben) Der Teig darf nicht trocken sein. Der Teig soll eher flüssig sein, sowie Rührteig.
1 Tropfen Honig oder Prise Zucker
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In den Behälter geben und gut verrühren.

Mit einem Stift die Oberkante des Teigniveaus markieren.
Den Behälter mit Frischhaltefolie abdecken und mit einem Messer 2 kleine Ritze machen, sodass etwas Sauerstoff reindarf.
Mit einem Tuch umwickeln und in einem warmen Ort 24 Stunden ruhen lassen.

Nach 24 Stunden wird den Teig nach Möglichkeit jede 12 Stunden beobachtet.

 

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2. Tag 2 + „0“ Stunden
Wenn der Teig sich deutlich vergrößert bzw. am besten verdoppelt hat, dann (1) zu dem bestehenden Teig dazu geben und gut verrühren. Sonst 12 Stunden warten
(hier hatte sich der Teig bei mir kaum vergrößert. Ich habe 12 Stunden weiter gewartet)

3. Tag 2+ „12“ Stunden
Wenn der Teig sich deutlich vergrößert bzw. am besten verdoppelt hat. dann (1) zu dem bestehenden Teig dazu geben und gut verrühren. Sonst 12 Stunden warten
(Hier hatte sich den Teig bei mir schon vergrößert. Ich habe gefüttert)

4. Tag 3 + „0“ Stunden
Wenn der Teig sich deutlich vergrößert hat dann wieder (1) Sonst 12 Stunden warten
(hier habe ich weiter gewartet)

5. Tag 3 + „12“ Stunden
Wenn der Teig sich deutlich vergrößert hat dann wieder (1) Sonst 12 Stunden warten
(Der Teig hat sich verdoppelt. Hier habe ich wieder gefüttert)

6. Tag 4 +“0“ Stunden
Wenn der Teig sich deutlich vergrößert hat dann wieder (1) Sonst 12 Stunden warten
(Der Teig hat sich verdoppelt. Hier habe ich wieder gefüttert)

7. Tag 4 + “12“ Stunden
Zu diesem Zeitpunkt soll der Sauerteig schon fertig sein. Ihr müsst aber mindestens 3 Mal gefüttert haben. Falls das nicht der Fall ist, muss man weitermachen.
Jetzt wird getestet ob der Sauerteig kräftig genug ist.

Dafür nimmt ihr:

100 g flüssigen Sauerteig (den Rest noch stehen lassen)
50 g glutenfreies Mehl
50 g lauwarmes Wasser
1 Tropfen Honig

Mit Frischhaltefolie zudecken und mit einem Messer 2 kleine Ritze machen. Mit einem Tuch umwickeln und in einem warmen Ort 4 Stunden ruhen lassen. Der Sauerteig ist fertig, wenn er nach 4 Stunden sich mehr als verdoppelt hat oder im besten Fall schon kollabiert hat. Ihr merkt das der Teig kollabiert hat an den Spuren an der Wand des Glases.
Falls der Teig in 4 Stunden sich nicht verdoppelt hat geht ihr bitte zum Tag 2 + “0“ Stunden

Jetzt hat man 4 Möglichkeiten den Sauerteig weiter zu führen.
1. Sauerteig trocknen
2. Krümelsauer herstellen
3. Lievito Madre herstellen
4. Einfach so im Kühlschrank aufbewahren

 

Naja, bei mir lief es nicht ganz so. Die ersten 2 Versuche, die ich mit Hirsemehl gestartet habe sind kläglich gescheitert.

Versuch 3 war dann mit Kichererbsenmehl und sah schon nach Tag 2 richtig, richtig gut aus.

 

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An Tag 4 ist mir aufgefallen, dass ich ja am Nachmittag für 2 Tage nach Stuttgart fahre… Tja, das war wohl der erste Härtetest für „Oskar“. Mittlerweile nennen ihn auch die Kis liebevoll Oskar, und schauen im Flur immer nach ihm. Er steht bei uns im Flur, ,weil dort die Leitungen der Fußbodenheizung zusammenlaufen und es schön muckelig warm für so einen Sauerteig ist.

Also habe ich Oskar noch ein letztes Mal gefüttert, warm eingepackt und in eine kühlere Ecke des Flurs gestellt und mich auf die Reise nach Stuttgart gemacht. Bei meiner Rückkehr hatte ich den armen Oskar schon fast vergessen, zum Glück sah er aber mega mäßig gut aus. Kein Schimmel, nur ein leicht alkoholischer Geruch. Und schwupps hab ich ihn wieder gefüttert und weigtere 4 Tage geführt, bis heute. Heute hatte ich einfach Lust mal wieder ein richtiges Sauerteigbrot zu backen und zu essen und hierfür musste Oskar dran glauben. Ja, ich weiß, das klingt hart. Wars für Oskar vielleicht auch, aber es war die richtige Entscheidung und sein opfern hatte einen Sinn.

Das Brot, das bei diesem Versuch herauskam, ist super saftig, lecker und ist ganz ohne zusätzliche Hefe gebacken. Es hält sich bis zu 5 Tage frisch!

Hier mein Rezept:

150g Oskar aus Kichererbsenmehl

450g Brotmix dunkel von Schär

1 EL Skyr oder fettarmer Joghurt

1 TL Salz

1/2 TL Honig

lauwarmes Wasser ca 400ml

  • Mehl, Oskar, Honig, Salz und Skyr in die Rührschüssel geben und die Küchenmaschine kneten lassen
  • während des Knetens so viel lauwarmes Wasser hinzugiessen, bis ein flexibler Hefeteig entsteht, nicht zu viel, denn sonst ist der Teig zu weich. Hört hier auf euer Bauchgefühl.
  • den Teig in einem bemehlten Gärkorb ruhen lassen, ca 4 Stunden

 

  • Ofen auf 230° Ober/Unterhitze vorheizen und den Teig auf das heiße, mit Backpapier belegte Blech kippen und mindestens 50 Minuten backen


Ich war zu ungeduldig, wie immer, und habe das Brot vor dem Backen ca 2 Stunden gehen lassen, was aber schon gereicht hat um ein deutliches Wachstum zu erreichen.

Also nehmt euch Zeit, bereitet den Teig schon morgens zu und lasst ihn an einem nicht zu warmen Ort so lange gehen, bis er sich mindestens verdoppelt, eher noch mehr.


Das Brot ist wirklich super und man hat danach keinen aufgeblähten Bauch, weil es ja ganz ohne Hefe ist.


Probiert es unbedingt aus und gebt beim Ansetzen des Sauerteiges nicht gleich auf, sollte es nicht klappen.

Viel Erfolg und postet eure Ergebinsse 🙂

 

Lasst es euch gut gehen,

 

eure Frau M

 

 

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